Aperture Bibliothek verkleinern

Auch die größte Festplatte wird schnell zu klein – insbesondere wenn man viel in RAW fotografiert. So erging es mir die Woche auch wieder und ich stand vor der Frage, ob ich versuche aufzuräumen oder eine neue Platte zu kaufen. Zuerst wollte ich es mit aufräumen versuchen und eine kurze Prüfung mit Disk Inventory X brachte auch den „Hauptschuldigen“ schnell ans Licht: die Aperture Bibliothek mit über 110 GB.

Zuerst habe ich natürlich alle unnötigen Photos entfernt, insbesondere die „abgelehnten“. Aber so richtig viel Platz wurde trotzdem nicht frei – zumindest nicht in dem Maße wie es zu erwarten gewesen wäre. Eine kurze Suche brachte dann die Lösung in Form von Brett Gross.

Die Bibliotheksdatei von Aperture ist nämlich keine Datei sondern eine spezielle Sorte Ordner. Neben den Originalen sind dort unter anderem auch die Smart-Folder, Vorschaubilder und Miniaturen abgelegt. Mit Control-Klick auf die Bibliothek und „Paketinhalt zeigen“ kann man sich das anschauen:

aperture1

Die interessanten Dateien sind die AP.Thumbnails, AP.Minis und AP.Tinies. In diesen Dateien speichert Aperture die Vorschaubilder aller im Projekt vorhandenen Fotos. Erstellt werden diese Vorschauen beim Import eines Originals („Miniaturen erstellen“). Das Problem ist aber, dass Aperture diese AP.* Dateien anschliessend nicht mehr anfasst. Wenn also Fotos gelöscht oder in andere Projekte in Aperture verschoben werden, wird in den AP.* Dateien nicht aufgeräumt. Alle einmal erstellten Vorschaubilder bleiben darin vorhanden. Wer also nach einer längeren Fotosession 500 Fotos importiert und davon 400 aussortiert behält trotzdem alle 500 Vorschaubilder in seiner Bibliothek. Und da kommen auf Dauer einige Gigabyte zusammen.

Wie Brett aber rausgefunden hat, kann man die AP.*-Dateien bedenkenlos löschen. Aperture generiert sie beim nächsten Aufruf des entsprechenden Projektes einfach neu. Da kann im Zweifel zwar viele Stunden dauern, spart aber enorm Platz. Am einfachsten geht es über das Terminal mit dem folgenden Befehl:

[CODE]find . -name „*.Thumbnails“ -delete
find . -name „*.Minis“ -delete[/CODE]

Nach einem anschliessenden Neustart beginnt Aperture mit einer Neuberechnung der Vorschaubilder. Trotzdem: unbedingt vorher eine Datensicherung durchführen!

Mir hat dieses Vorgehen rund 10 GB gespart.

Update 03.05.2013

Ich habe noch einen weiteren Weg gefunden, die Library zu verkleinern. Bei ApertureExperts gibt es für $2 ein AppleScript namens „Master Raw -> Master JPG“ zu kaufen. Dieses Script wandelt eine beliebige Auswahl an Bildern in JPEG um und löscht die dazugehörigen Raws aus der Datenbank. Alle Metadaten bleiben dabei erhalten. Ist eine schöne Möglichkeit bei „unwichtigeren“ Bildern die großen Raws gegen kleine JPGs zu tauschen. Bei meiner D300 spart das knapp 10 MB pro Foto.

Photo by FHKE

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