Ist Analog das neue Schwarz?

oder: Warum ich mir (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) keine analoge KB-SLR kaufen werde.

Seit einiger Zeit entdecken immer mehr Digitalfotografen ihre Leidenschaft zur analogen Fotografie (wieder). Egal ob auf Flickr, in Podcasts oder via Twitter – analoge Fotografie ist ein Trend dem man momentan scheinbar nicht entgehen kann. Inzwischen wird die Begeisterung sogar preisrelevant – wie man an wieder anziehenden Preisen bei eBay sehen kann.

Agfa Optima von 1959Auch ich habe ja schon seit Sommer 2008 eine Holga und schon einige Rollen 120er Diafilm durchgebracht (meine Lomo Lubitel 166 langweit sich dagegen hauptsächlich). Aktuell probiere ich eine Agfa Optima (BJ 1959) aus, die ich im Keller gefunden habe. Und beim Umzug sind auch noch über 20 Jahre alte Negative wieder aufgetaucht, die ich nun nach und nach einscannen werde.

Die Tatasche, dass mein Canoscan 8800f auch die Kleinbildnegative in ordentlicher Qualität scannen kann, brachte mich zum überlegen ob nicht eine analoge Nikon mein Sortiment bereichern sollte. Ich könnte daran (einige) meiner schon vorhandenen Objektive und ggf. auch weiteres Zubehör nutzen. Eine Nikon F100 (oder eine F5) wäre doch etwas…

Vorteile:

  • tja, nun… ein „wechselbarer Vollformat-Sensor“ halt

Nachteile:

  • Kosten von ca. 4-5 EUR pro 36 Bilder (Film + Entwicklung)
  • Wartezeit, bis das Ergebnis vorliegt
  • es braucht viel Zeit, die Fotos zu scannen (ca. 20 Minuten für 8 Bilder)
  • weder viel leichter noch handlicher als die D300

Kurz nachgedacht und die Entscheidung stand fest: Nein. Was soll ich damit? Wann würde ich sie benutzen? Vermutlich nur sehr, sehr selten. Der Formatunterschied zwischen dem APS-C Sensor und dem 35mm Film ist mir nicht groß genug, um auf digitalen Komfort und Preisvorteil zu verzichten. Zumal sich der analoge Look auch digital in Grenzen reproduzieren lässt. Und dafür sind mir dann die 300+ EUR (F100) oder 500+ EUR (F5) einfach zu viel.

Diese Entscheidung beruht natürlich auf meiner aktuellen Situation – ich habe halt schon eine tolle „semi-pro“ DSLR. Umsteiger, die jetzt eine digitale „Kompaktknipse“ haben und nun eine SLR möchten, könnten aus guten Gründen zu einem anderen Urteil kommen. Eine semiprofessionelle Nikon F100 mit „Vollformat-Sensor“ ist gebraucht nun einmal 900 – 1600 EUR günstiger als ihre entsprechenden Nachfolger D300s bzw. D700. Und für das Geld kann man tolle Objektive kaufen oder viele Filme entwickeln (lassen).

Trotzdem, ich brauche keine. Die Holga aber wird weiter ausgeführt. Die Ergebnisse sind so unverwechselbar zufällig und dank Mittelformat halt auch ganz anders als bei der D300. Sie wiegt ausserdem quasi nichts und kann überall hin mit. Und wenn sie mal kaputt gehen sollte – wen juckt es bei dem Preis? Wenn die Agfa Optima sich auch als funktionsfähig herausstellt, werde ich auch mit ihr gelegentlich rumspielen.

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