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Die E6-Entwicklung

In der letzten Serie zum Thema Filmentwicklung habe ich Euch den C41-Prozess (Farb-Negativ) näher gebracht. Hier und heute soll es nun um den Prozess E6 gehen, in dem (Farb-) Diafilme entwickelt werden.

Warum überhaupt Dia – insbesondere wenn man hybrid arbeiten will und die Fotos sowieso einscannt? Ganz einfach: Positive lassen sich mit bloßem Auge begutachten und sind auch wesentlich unproblematischer zu scannen. Aber wie alles im Leben bringt das Ganze natürlich auch Nachteile. Diafilme sind wesentlich empfindlicher, was eine exakte Belichtung angeht als Negativfilme. Und teurer sind sie auch. Ausserdem ist der E6-Prozess doch deutlich schwieriger aufwändiger als C41.

E6 im Detail

Für E6 braucht Ihr grundsätzlich die gleiche Ausrüstung wie für C41. Allerdings wäre es von Vorteil, wenn ein zweites Waschbecken (oder ein größerer Eimer) zur Verfügung steht. Auch das Aufspulen unterscheidet sich natürlich nicht. Nun aber zum Ablauf des Prozesses selbst (Angaben gelten für die Chemie Tetenal Colortec E-6 3-Bad):

  • Erstentwicklung (First Developer FD) 6:15 Minuten bei 38° (± 0,3°)
  • Wässerung 2:30 Minuten bei 38° (± 0,3°)
  • Farbentwicklung (Color Developer CD) 6:00 Minuten bei 38° (± 0,5°)
  • Wässerung 2:30 Minuten bei 36° (± 3 °)
  • Bleichfixierung (Bleach Fix BX) 6:00 Minuten bei 36° (± 3°)
  • Wässerung 4:00 Minuten bei 36° (± 3 °)
  • Stabilisierung 1:00 Minute bei 20-40°

Und hier liegt auch direkt die größere Herausforderung von E6 im Vergleich zu C41. Man muss über knapp 15 Minuten die Temperatur von FD und CD auf ziemlich exakt 38° halten (Bei C41 ist nur der Entwickler wirklich kritisch und es dauert nur 3:15 Minuten). Darum nutze ich zwei Waschbecken – eins zum Aufwärmen und eins bei ~ 40° zum Warmhalten. Die zweite Problematik ist, das schon die Dämpfe des CD den FD zerstören. Eine Temperaturmessung des CD ist daher nur über das Wasserbad möglich, nicht aber in der Flasche. Die kann erst geöffnet werden, wenn der FD wieder verschlossen ist.

Ein wichtiger Hinweis für “C41-Umsteiger”: Die Zeiten gelten immer vom Erstkontakt mit der Chemie bis zum Erstkontakt mit der Wässerung (Bei C41 beginnt man das ausgiessen mit Ablauf der Zeit). In meinem Fall beginne ich daher ca. 15 Sekunden vor Ende der Zeit mit dem ausgiessen.

Cool ist aber, besonders bei 120er Film, dass man nach der Entwicklung sofort ein farbenfrohes Bild vor sich hat, mit dem man direkt einen ersten Qualitätscheck machen kann.

Hier ein paar Beispiele von den ersten beiden Diafilmen, die ich selbst entwickelt habe:

3 Gedanken zu „Die E6-Entwicklung“

  1. Schon mal versucht die Temperatur zu senken? Wenn man die Entwicklungszeit verlängert ?

    V.G.

  2. Und noch ein super Artikel!
    Die selben Fragen – also was ist an E6 das besondere gegenüber C41 – habe ich mir auch gerade gestellt. :)

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