C41 Chemie selbst herstellen
- Am 19. Mai 2013
- Von jmc
- In Analog, Photographie
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Ich entwickele ja schon einige Zeit Farbfilme selbst und wollte gerne mal wissen, was genau in der Chemie drin ist. Auf meiner Suche nach den Inhaltsstoffen von Entwicklerchemie bin ich auf die Seite von Claudio Bonavolta aus der Schweiz gestossen. Dieser hat auf seiner Seite einen englischen Text zum Thema. Die Infos hat er im Web zusammen gesucht, wobei insbesondere wohl ein Artikel von William Laut in der Newsgroup rec.photo.darkroom aus 1999 Hinweise gab.
Da mein (Schul-) Wissen über Chemie so langsam aber sicher verblasst und ich in diesem Bereich auch keine großen Englischkenntisse habe, habe ich das mal ins Deutsche übersetzt. Grundsätzlich braucht man also die folgenden Substanzen:
C41-Entwickler (1 Liter)
- Wasser (800 ml)
- Kaliumcarbonat (Pottasche) (32 gr.) – wird auch als Backtriebmittel für Lebkuchen benutzt
- Natriumsulfit (3,5 gr) – zugelassen als Konservierungsstoff in Lebensmitteln
- Kaliumbromid (1,5 gr) – früher ein Beruhigsmittel, wegen Giftigkeit aber nicht mehr verwendet
- Bis(hydroxylammonium)sulfat (2,0 gr) – explosionsgefährlich, gesundheitsgefährdend, stark ätzend
- Farbentwickler 4 (CD4) (5,0 gr)
- Wasser um auf 1 Liter aufzufüllen
Für den Entwickler sind die Inhaltsstoffe scheinbar “relativ” ungefährlich und über das Internet auch einzeln und in kleineren Mengen zu beziehen. Nur der Farbentwickler CD4 scheint eine kompliziertere Rezeptur zu sein und muss fertig gekauft werden.
C41-Stopbad
- Essigsäure (10ml)
- Wasser um auf 1 Liter aufzufüllen
Essigsäure zu beschaffen sollte wohl kein Problem sein…
C-41 Blix (Bleich-Fixierer)
- Wasser (500ml)
- Ammoniumthiosulfat 60% (200ml) – wird als Dünger benutzt
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Eisen(III)-ammonium EDTA 100% (25 gr.) – Konservierungsmittel für Kontaklinsenflüssigkeit
- Natriumsulfit (15 gr.) - Konservierungsstoff in Lebensmitteln, Fleckentferner
- Kaliumiodid (1 gr.) – Der Inhaltsstoff der “Jodtablette” bei Atomunfällen
- Essigsäure 28% (10ml)
- Wasser um auf 1 Liter aufzufüllen
C-41 Stabilisierungsbad
- Wasser (800ml)
- Formaldehyd 37% (3ml) – giftig
- Photoflo 200 – Tensid, also ein Tropfen Spüli tut es wohl auch
- Wasser um auf 1 Liter aufzufüllen
Formaldehyd scheint schwierig zu bekommen sein. Vermutlich ist es hier einfacher, fertiges Stabibad zu kaufen.
Bezugsquellen
Einige der genannten Chemikalien kann man sicher über Apotheken o.ä. beziehen, einige aber definitiv nicht. Bei meiner Suche bin ich auf Moersch Photochemie gestossen, der für die Rohprodukte auf Fototechnik Saban Suvatlar in Hamburg verweisst. Dieser hat leider keine Website, aber bei Moersch auf der Seite gibt es eine Preisliste.
Rechnenbeispiel
Die Preise von Suvatlar zugrunde gelegt (jeweils die kleinste, sinnvolle Bezugsmenge), ergeben sich Kosten von 8,62 € für ein Kit C41-Chemie mit einem Liter. Dabei reichen die Rohchemikalien für 5 (Natriumdisulfat, Eisen-EDTA) bis 66 (Kaliumbromid) Ansätze je 1 Liter.
Die Grundausstattung kostet aber erstmal über 150,00 €, wobei noch keine Mensuren und eine Waage eingerechnet sind.
Zum Vergleich: das Tetenal Colortec Kit mit einem Liter kostet ca. 20-25 €.
Vorteile
Die einzelen Chemikalien sollten, vernünftig gelagert, fast ewig haltbar sein. Die fertig angemischten Kauf-Kits (z.B. von Tetenal) sollen hingegen max. 6 Wochen gelagert werden. Es ist beim anmischen zudem auch möglich, sich beliebig kleine oder große Mengen Lösung herzustellen und so immer mit möglichst frischer Lösung zu arbeiten.
Ob es sich lohnt? Schwer zu sagen. Vermutlich nur für Leute wie mich, die relativ wenige Filme entwickeln. Und die Ihre Zeit dafür unter “Hobby” und “Spass” verbuchen.
Ob es funktioniert? Keine Ahnung, ich habe es nicht getestet. Ich wüsste aber nicht, warum es nicht gehen sollte? Gezaubert wird in der Industrie auch nicht.
Photo (c) Joe Sullivan
Negative digitalisieren per DSLR
- Am 3. Mai 2013
- Von jmc
- In Analog, Photographie
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Nach langer Zeit lasse ich mal wieder von mir hören
Wie Ihr wisst fotografiere ich sowohl digital als auch analog. Beides hat seine Vor- und Nachteile und seine besonderen Stärken und Schwächen. Bei der analogen Fotografie gibt es für mich aber eine Sache die wirklich zeitraubend ist und meistens nervt: das digitalisieren. Wobei digitalisieren bei mir bisher immer scannen bedeutete.
Immer wenn ein neuer Film entwickelt war muss mein Canon 8800f ran – und bei mir stieg Frust auf. Das Scannen eines Mittelformatfilms dauert – alles in allem – knapp 1,5 – 2 Stunden. Die meiste Zeit davon verbringt man mit dem warten auf den Scanner, die restliche Zeit ärgert man sich über total furchtbare Scansoftware. Sowohl Vuescan als auch Silverfast sind von der Bedienung her eine Katastrophe. Ganz schlimm!
weiterlesen »»Nikon stellt die 1 vor – und enttäuscht
- Am 21. September 2011
- Von jmc
- In Nikon, Photographie
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Ziemlich genau ein Jahr ist es jetzt her, dass ich über meine Wünsche an eine Nikon EVIL geschreiben habe. Nun hat Nikon gestern die “Nikon 1″-Serie vorgestellt. Ich vermute, dass Nikon nicht nur mich damit maßlos enttäuscht hat.
Was waren denn damals (und heute) meine Wünsche und was leistet die “1″ (nicht)? Alle technischen Daten sind zwar noch nicht bekannt, aber es lässt sich schon einiges sagen:
Mindestens ein APS-C grosser Sensor (DX). Vollformat (FX) wäre natürlich auch OK.
Nun, Nikon führt ein neues Winzformat namens CX mit einem Crop-Faktor von knapp 2,7. Der Sensor misst 13,2 x 8,8 mm (Fläche 116,16 mm²) und ist damit nur knapp die halbe Fläche wie das eh schon kleine Micro-Four-Thirds-Format. Nikons DX-Format hat sogar ein Fläche von 369 mm². Geringe Schärfentiefen werden sich damit nicht erreichen lassen – entsprechende Fotos fehlen auch in Nikons Prospekt….F-Bajonett– oder zumindest ein Adapter für F-Objektive.
Gut, einen Adapter bringt Nikon auf den Markt. Für “günstige” 270 €. Für lange Brennweiten mag das Interessant sein auf Grund des Crop. Weitwinkel kann man aber vergessen. Sogar die für DX erhältlichen Superweitwinkel mit 10mm ergeben an der “1″ schon 27mm (KB-Equi).- Autofokus-Unterstützung bei Verwendung von AF-S Nikkoren
Ja, das wird gehen - Blendenwahl durch die Kamera bei F-Objektiven ohne Blendenring
Dazu finde ich nichts konkretes, aber ich nehme mal an das es gehen wird mit AF-S. i-TTL kompatibler Blitzschuh– ein evtl. vorhandener interner Blitz sollte als Master arbeiten können (wireless iTTL)
Einen Blitzschuh haben die “1″ nicht. Die J1 hat einen Klappblitz, für die V1 gibt es den Aufsteckblitz SB-N5. Gemäß Nikons Prospekt sollen aber beide Varianten iTTL unterstützen. Ob dies aber auch als Master für einen externen Slave funktioniert bleibt unklar.- Full HD Video
Ja, geht. Preis unter 600 €
Puh, eher nicht. Das Modell J1 soll zwar für 599 € als Kit an den Start gehen. Da es aber keinen EVF hat, würde ich eher zur V1 greifen (die dafür keinen eingebauten Blitz hat) und schon 869 € kosten soll. Das Kit-Objektiv ist noch dazu sehr lichtschwach. Tatsächlich ist man dann leicht bei über 1200 € (Mit Blitz und F-Adapter).
Fazit
Sorry Nikon, das ist nix. Zumindest für mich. Der Preis ist zu hoch für zu viele Kompromisse. Warum kein APS-C Sensor? Sony schafft doch auch bei ähnlichen Gehäusemaßen. Warum kein Blitzschuh mit Zugang zum (wireless) iTTL? Warum kein F-Bajonett? Klein ist ja nett, aber 5mm machen den Kohl doch nicht fett. Und 10 MP sind auch nicht mehr die Welt, genau wie die ISO 3200.
So betrachtet ist dann die Coolpix P7100 fast die bessere Wahl. Sie bietet genau das was der “1″ fehlt. Nur ist der Sensor leider noch kleiner. Oder doch eine Sony NEX-5? Da kann ich mein Nikon-Zubehör zwar auch nicht weiter verwenden, aber einen F-Adapter gibt es immerhin (ohne AF natürlich). Dafür aber mit “großem” Sensor und zum deutlich besseren Preis.
Die E6-Entwicklung
- Am 4. Juni 2011
- Von jmc
- In Analog, Bronica, Photographie
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In der letzten Serie zum Thema Filmentwicklung habe ich Euch den C41-Prozess (Farb-Negativ) näher gebracht. Hier und heute soll es nun um den Prozess E6 gehen, in dem (Farb-) Diafilme entwickelt werden.
Warum überhaupt Dia – insbesondere wenn man hybrid arbeiten will und die Fotos sowieso einscannt? Ganz einfach: Positive lassen sich mit bloßem Auge begutachten und sind auch wesentlich unproblematischer zu scannen. Aber wie alles im Leben bringt das Ganze natürlich auch Nachteile. Diafilme sind wesentlich empfindlicher, was eine exakte Belichtung angeht als Negativfilme. Und teurer sind sie auch. Ausserdem ist der E6-Prozess doch deutlich schwieriger aufwändiger als C41.
Bronica SQ mit Kodak BW400CN
- Am 1. Juni 2011
- Von jmc
- In Analog, Bronica, Photographie
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Als ich bei eBay meine Bronica SQ-Ai ersteigert habe, waren im Paket auch noch fünf Stück 120er S/W-Filme BW400CN von Kodak. Wie ich ja neulich schon geschrieben habe, werde ich mich zukünftig ausschliesslich auf den C41-Prozess beschränken und keine S/W-Chemie mehr kaufen. Von daher passte es natürlich gut, das der Kodak ein im Prozess C41 zu entwickelnder, chromogener Film ist.
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